Leitbild

Suchtmittelkonsum als Bewältigungsverhalten

Der übermäßige Konsum von Suchtmitteln kann aus unserer Sicht einen Selbstheilungsversuch für nicht adäquat gelöste Entwicklungsaufgaben und Probleme darstellen.

Auch nicht diagnostizierte psychiatrische Leiden, psychische, emotionale oder soziale Notlagen und belastende Lebenssituationen können zu einem missbräuchlichen oder abhängigem Konsum von legalen oder illegalen Drogen, Medikamenten und exzessiver Computernutzung führen.

Neuesten Erkenntnissen zufolge zeigen – zumindest phasenweise – 10 bis 15 % aller Jugendlichen im Laufe ihrer Entwicklung zum Erwachsenwerden schädliche oder sogar missbräuchliche Konsumformen legaler oder illegaler Drogen. Da nicht alle dieser “Hochrisikogruppe” später auch abhängig werden, muss aus unserer Sicht die hohe Funktionalität für einen Teil der Jugendlichen bei der Intervention zwar berücksichtigt werden, ein möglichst frühzeitiges Begleiten und Eingreifen aber auch mögliche Risiken verhindern.

Klienten- und Ressourcenorientierung

neon orientiert sich in der Arbeit mit Suchtmittelkonsumenten grundsätzlich an den Bedürfnissen und Belangen der Klienten. Diese werden als mündige, zur Selbstverantwortung und Selbstbestimmung fähige Menschen wahrgenommen. Deshalb stellt der Blick auf vorhandene Ressourcen sowie die Ausrichtung auf lösungsorientiertes Arbeiten das oberste Arbeitsprinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ dar.

Klientenorientierung heißt – besonders bei jugendlichen Konsumenten – dabei häufig nicht bloße Abstinenzorientierung, sondern das Fördern einer substanz- sowie verhaltensbezogenen Konsum- und Risikokompetenz.

Erst durch die Akzeptanz jugendlicher Bedürfnisse und Lebensweisen kann ein Zugang für wirksame Interventionen geschaffen werden.

Lebensweltorientierte Suchthilfe und integriertes Versorgungskonzept

neon setzt sich in besonderem Maße die Arbeit mit jungen Menschen und Jugendlichen zum Ziel. Durch die Angebotsstruktur und Kooperation mit anderen sozialen Diensten und Einrichtungen kann eine integrierte Versorgungsstruktur aufgebaut werden. Die Suchthilfelandschaft der Region wird erweitert und besonders für jugendliche Klienten die Zugangsschwelle zum Angebot gesenkt.

Einen großen Stellenwert für konkrete Interventionen erhält der Einsatz erlebnispädagogischer Methoden, die durch ihre hohe Affinität zu jugendlichen Bedürfnissen nach Grenz- und Risikoerfahrungen ideale Bausteine auf dem Weg zu nachhaltigen Verhaltensänderungen sind.

Auch dem Einsatz von Gruppenarbeit im Peer-to-Peer Setting messen wir große Wirksamkeit zu.

Fremdmotivation oder die Erfüllung von Auflagen steht dabei einem auf Selbstreflexion und -emanzipation ausgerichtetem Ansatz nicht im Weg. Das Arbeiten mit immer vorhandenen Ambivalenzen ermöglicht auch zunächst unmotivierten Klienten ein persönliches Weiterkommen.

Behandlung durch multiprofessionelles Eingreifen

neon versucht im Interventions- und Beratungsprozess möglichst vom Beginn der ersten Anamnese oder Diagnostik an einen multiprofessionellen Ansatz verschiedener sozialpädagogischer, psychotherapeutischer und psychiatrisch-neurologischer Fachrichtungen umzusetzen.

Sozialpädagogische und -therapeutische Beratung oder Behandlung, aus sowohl verhaltenstherapeutischem wie auch systemischem Blickwinkel, soll den Bedürfnissen der Klienten sowie ihrem sozialem Umfeld bestmöglich gerecht werden.

An die Mitarbeiter der Beratungsstelle wird ebenfalls ein breites Anforderungsprofil gestellt. Die Altersstruktur des Teams setzt sich sowohl aus jungen Mitarbeitern zusammen, denen der Kontakt zur Lebenswelt vieler junger Klienten deutlich leichter fällt als den älteren Teammitgliedern. Diese können dagegen ihre große Erfahrung in der Arbeit mit Suchtmittelklienten einbringen und teilweise über ihre „externe Elternrolle“ intervenieren.

Regelmäßige externe Supervision, Fort- und Weiterbildung sichert unseren Qualitätsanspruch.

Vernetzung und Kooperation

Für eine möglichst umfassende und lückenlose Versorgung im Bereich der Prävention und Suchthilfe für Stadt und Landkreis Rosenheim, ist eine intensive Vernetzungsarbeit und Kooperation mit dem bereits bestehenden sozialen Netz nötig.

neon erreicht dies durch eine enge Zusammenarbeit mit fachärztlichen Praxen, niedergelassenen Ärzten, dem Justiz- und Polizeiwesen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, stationären und ambulanten Einrichtungen der Suchthilfe, Psychotherapeuten und Selbsthilfegruppen.

Darüber hinaus findet eine überregionale und bundesweite Kooperation mit Einrichtungen und Fachdiensten des sozialen Netzes statt.

Gemeinnützigkeit

neon arbeitet gemeinnützig und nicht gewinnorientiert.