Neue Erfahrungen beim 2. Rosenheimer Suchthilfetag –

Ungewöhnlich war es schon – anstelle von Weißbier süße Kräuterlimonade zu warmen Weißwürsten zu genießen. Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil: Zwischen 11:00 und 13:00 Uhr füllten sich die Räume der beiden Suchthilfeträger Anthojo und Neon – Prävention und Suchthilfe. Über 250 Besucher aus ganz Bayern fanden sich vergangenen Donnerstag zum 2. Rosenheimer Suchthilfetag zu Fachvorträgen und Workshops rund um die Themen Prävention und Suchtkrankenhilfe ein. Feierlich eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer, der die gut vernetzte Versorgungsvielfalt im Suchthilfesektor für Stadt und Landkreis Rosenheim sehr begrüßte.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer eröffnet den 2. Rosenheimer Suchthilfetag

Bezirkstagspräsident Josef Mederer eröffnet den 2. Rosenheimer Suchthilfetag

Unter der Schirmherrschaft der Bundestagsabgeordneten für Rosenheim, Fr. Angelika Graf, fanden ab 13:30 Uhr verschiedene Vortragsreihen, Seminare und Workshops statt. So referierte der Chefarzt des Fachbereichs Suchtmedizin im Inn-Salzach-Klinikum, Herrn Hans-Werner Paul, über sog. Heavy User – Suchtmittelkonsumenten mit extrem gesundheitsgefährdenden Konsummustern. Sein Kollege, Herr Richard Schmidmeier, Chefarzt des Fachbereichs Klinische Sozialpsychiatrie, ging in seinem Vortrag der Frage nach, wo sich die Grenze zwischen Leistungssteigerung durch das Zuführen externer Substanzen wie Kaffee und Neurodoping des Gehirns befindet . Darüber hinaus konnten sich die Besucher in den zahlreichen Workshops und Vorträgen zu aktuellen Entwicklungen der suchtbezogenen Hilfen informieren. So waren besonders die Vorträge zur Gründung einer Angehörigen-Selbsthilfegruppe von Computer- und Internetsüchtigen gefragt. Ergänzend dazu, stellte Dr. Jörg Petry von den AHG Kliniken sein Behandlungskonzept für exzessive und pathologische PC-Spieler vor. Durch die enge Vernetzung mit dem Jugendhilfeträger Startklar wurde dem Thema Kindeswohl und Sucht eine besondere Bedeutung zugemessen und Hilfenetzwerke geschaffen. Faszinierte Gesichter zeigten sich im Vortrag von Norbert Wittmann, der mit schwerstabhängigen Menschen eine Alpenüberquerung durchführte. Sein Film „Über den Berg – mit Substituierten zu Fuß über die Alpen“ bildete den gelungenen Abschluss der diesjährigen Fachtagung.

 

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