In ihrem neuen Amt als Drogenbeauftragte der SPD-Bundesfraktion verschaffte sich Angelika Graf bei einem Besuch in der Suchtberatungs-stelle Neon in Rosenheim einen Überblick über die Versorgung suchtgefährdeter und ab-hängiger Menschen in der Region Rosenheim und versprach, sich für eine Förderung der Beratungsstelle zu engagieren. „Gerade weil Neon mit seinen innovativen Angeboten eine Versorgungslücke in den Bereichen der Prävention und Frühintervention schließt, werde ich mich für eine Förderung der Beratungsstelle einsetzen“, sagte Graf. „Moderne Suchthilfe bedarf innovativer Konzepte, einer Angebotsvielfalt und muss auch die im Leben integrierten Bürger ansprechen.“ Denn obwohl Neon eine öffentliche Aufgabe erfüllt und einen wichtigen Beitrag für die Suchthilfe in Stadt und Landkreis Rosenheim leistet, gab es bisher noch keine finanzielle Förderung aus öffentlicher Hand.

Besonders im Bereich Suchtprävention an Schulen lobt Graf das innovative Konzept von Neon. „Mir gefällt besonders die Interaktivität der Präventions-Workshops und die Mög-lichkeit für die Schüler, aktiv bei der Themengestaltung mitwirken können. Durch die Be-teiligung der Lehrkräfte und die lange Zeitspanne der Projekte ist die Nachhaltigkeit gesichert.“

SPD MdB Angelika Graf mit den neon-Geschäftsführern Ludwig Binder (links) und Benjamin Grünbichler

SPD MdB Angelika Graf mit den neon-Geschäftsführern Ludwig Binder (links) und Benjamin Grünbichler

Eine aktuelle Studie über suchtgefährdete und abhängige Menschen kommt zu dem er-schreckenden Ergebnis, das lediglich 8 Prozent der behandlungsbedürftigen Personen vom bisherigen Suchthilfesystem erreicht werden. „Die vergessene Mehrheit“ – so der Name der Studie – fordert daher Anpassungen im Suchthilfesystem. „Es ist unsere große Herausforderung, die Menschen durch gezielte Hilfsangebote zu erreichen, solange sie in ihr soziales Netz integriert sind – dadurch lässt sich zum einen die Gesundheit leichter wiederherstellen, zum anderen kann auf langwierige Behandlungen verzichtet werden“, erklärt Ludwig Binder, Geschäftsführer von Neon.

Die mittlerweile seit einem Jahr bestehende Beratungsstelle Neon erreicht mit ihren zeit-gemäßen Angeboten und einem modernen Auftreten viele Hilfesuchende, die zuvor den Kontakt zum Hilfesystem vollständig gescheut haben. „Wir beobachten, dass ein immer größerer Anteil der Ratsuchenden freiwillig und ohne äußeren Druck unsere Beratungs-stelle aufsuchen“, erläutert Benjamin Grünbichler, ebenfalls Geschäftsführer von Neon. Durch Angebote wie „logout“ bietet Neon Familien, in denen die exzessive PC- bezie-hungsweise Internetnutzung über Hand genommen hat, frühzeitig Unterstützung. Aufgrund des großen Bedarfs und dem Mangel an Hilfsangeboten nehmen auch angrenzende Landkreise und Ratsuchende aus Österreich Angebote wie „logout“ in Anspruch.

 

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